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Die Pest namens Popcorn

Heute erzähle ich eine Geschichte, die sich mir immerzu auftut, wenn ich ins Kino gehe und ich möchte jedes weitere Mal einfach bloß schreien, wenn ich so was erlebe. Bitte, keiner sollte sich direkt angesprochen fühlen, bloß weil er Popcorn isst. Jeder, der es mag, sollte es tun. Ich gehe davon aus, dass ihr diesen Erfahrungsbericht einfach so positiv wie möglich seht und mit einem Lächeln in den Mundwinkeln.

Es kommt ja langsam wieder die Zeit, wo man sich wieder aus seinem Schneckenhaus traut und an die frische Luft geht (vorausgesetzt diese verdammte Kälte kriecht dir nicht in die letzten Kleiderfalten). Und was macht man am liebsten? Man geht ins Kino! Was besorgt man sich, bevor man sich den Film ansieht? (Diejenigen, die jetzt "Poster" antworten, sind die vernünftigeren Menschen! HAH!) Richtig, man holt sich Popcorn!
(Ich natürlich nicht, ich gehöre zu der "Wir-plündern-den-Postervorrat-des-Kinos-Fraktion"!) Aber damit ist das Drama schon bei seinem Anfang und nimmt so seinen Lauf...

Erst einmal ein paar Fakten: Wer erfand das Popcorn? Ganz einfach: Indianer erfanden es! Sie erhitzten in einer Pfanne Sand über dem Feuer und streuten die Körner hinein, welche dann nach einer Zeit hoch poppten. So hat es sich dann wohl auch mit den Jahren verbreitet.

In Marion, Ohio, USA steht sogar ein sogenanntes Popcorn-Museum, wo man sich allen Firlefanz diesbezüglich ansehen kann.

Popcorn besteht hauptsächlich aus Mais, der einen Mindestgehalt von 14 Prozent Wasser hat. Ansonsten poppt er nämlich nicht. Zusätze können Salz, Butter, Zucker und jede Menge anderer Zutaten sein, Hauptsache, dem Konsumenten schmeckt es. Die Amis haben es mal wieder vorgemacht, indem man das Popcorn sogar in der Mikrowelle zubereiten kann. Der Beutel, den man darin erhitzt breitet sich aus und wenn man Glück hat, ist die Tüte voll von den weißen Puffkörnern.

Das Zeug gibt es seit mindestens 70 Jahren, zumindest kann mir meine Oma immer noch erzählen, dass sie das früher auch im Kino kaufen konnten, wenn sie sich einen Film ansahen. Eigentlich ist es ein Klassiker, dass man währenddessen man sich den Film ansieht, eine Tüte Popcorn auf dem Schoß hat. Womit wir auch bei der Thematik angekommen wären, weshalb ich diese Episode schreibe.

Wart ihr schon einmal im Kino, euch reißt es bei jeder Szene, ihr habt schon nach den ersten fünf Minuten beschlossen, dass ihr diesen Film, welcher auf der Leinwand läuft, abgöttisch liebt und ihn euch vielleicht ein zweites Mal ansehen wollt. Die Protagonisten sind gerade dabei, sich zu unterhalten, es folgt ein ruhiger Moment... Stille... Ihr seid gespannt wie ein Flitzebogen, was der Hauptdarsteller als nächstes sagen wird und er öffnet den Mund und das was herausquillt ist ein Knuspern, heftiges Schmatzen, so dass euch schlecht wird, versehen mit einem möglichst lauten Rülpsen.
Seid mal ehrlich, ihr wollt euch in diesem Moment am liebsten herum drehen und dem Typen eine scheuern, der euch diesen spannenden Augenblick vollkommen kaputt gemacht hat mit seinem gottverdammten Popcorn, oder?

Ich gehe jedes weitere Mal frohen Mutes ins Kino, in der Hoffnung, dass entweder keine Kinder dort sind, die sowieso in den falschesten Momenten lachen oder Freundschaftsverhältnisse gleich ins Rotlichtviertel schicken, bloß weil die Protagonisten zu einander sagen, wie froh sie sind, den besten Freund an der Seite zu haben. Aber andererseits hoffe ich noch mehr, dass sich die Leute vom Kino fernhalten, die sich bereits bei der Vorschau in die nächste Reihe übergeben, weil sie irgendetwas, was im Popcorn enthalten war, nicht vertragen. Ich sage euch, das ist herrlich und macht den Kinobesuch zu einem herzerfrischenden und unvergesslichen Erlebnis.

Ich glaube, mittlerweile ist es sogar durchgedrungen, dass die Raubkopierer, die sich sämtliche Filme illegal aus dem Internet ziehen, solche Typen sind, die es wie ich verabscheuen, im Kino zu hocken und sich den Film durch das Rascheln und Schmatzen anderer Leute, verderben zu lassen.

Vor allem, sehen wir es mal realistisch: Macht Popcorn satt? Die Antwort ist teilweise vielleicht Ja! Und zwar aus dem Grund, weil das kauen alleine schon satt macht. Ich esse auch nicht 1,5 Stunden an meinem Mittagessen, bekomme aber komischerweise mehr in meinen Magen als bei so einer lausigen Tüte Popcorn. Und andererseits lautet die Antwort Nein, weil es so wenig Nährwerte enthält, dass der Besucher nach dem Kino mit leerem Magen nach Hause fährt (Die Leute sieht man später immer bei einer bekannten Fast Food Kette wieder, wo sie sich einen Burger nach dem nächsten hinter die Kiemen schieben, das schwöre ich euch!). Schmeckt Popcorn eigentlich? Die Antwort ist wieder Nein! Warme, zerlassene Butter kann ich auch essen, indem ich sie daheim in der Pfanne zerlasse und trinke wie mein Glas Cola. Es ist nichts anderes! Und zu Hause habe ich sogar einige Pfunde an Butter, was das Ganze noch schöner und für Geizhälse günstiger macht! Ich garantiere euch, davon nehmt ihr ein paar Kilo zu und habt danach noch den Bauch voll. Der Effekt ist der Selbe! Bloß dass das übergeben in die nächste Kinoreihe erspart bleibt und die Toilette sich mächtig über Futter freut, da lacht das Herz!
Zudem klebt Popcorn bloß am Gaumen fest, was unweigerlich das Schmatzen in die Wege leitet, was andere Leute, wie mich, so endlos stört bei Kinobesuchen.

Manche Leute bekommen aber vom Essen alleine nicht genug. Sie zahlen den Eintritt und machen den Kinobetreibern mit ihrem Popcorn das Leben zur Hölle, da sie es nicht für nötig halten, die vorhandenen Mülleimer, die vor dem Kino stehen, für ihre halbvollen Tüten zu benutzen. Teilweise werden die Tüten einfach vollends ausgekippt, dass sich unter den Schuhen ein wunderbarer Fettfilm bildet und man schon den Ekel bekommt, wenn man den Kinosaal betritt.

Ich möchte wirklich keinem den Kinobesuch vermiesen, aber nachdem das Popcorn seinen Beliebtheitsgrad konstant hält, wird sich das innerhalb der nächsten Jahre nicht ändern.

Wir können nur hoffen, dass es, wie ich von anderen erzählt bekam, nicht dazu kommt, dass es zur Sitte wird, Sachertorten mit ins Kino zu nehmen und diese während der Pausen zu essen und anderen Leuten die Nase lang zu machen.

Aber wer weiß, vielleicht sitzen wir in ein paar Jahren im Kino und ein paar Reihen vor uns kommt es zum Gespräch:
"Jüüürrgäääään, hol mal den Campingkocher aussem Rucksack. Die Kids wollen Würschtl essen!"

Ich garantiere, spätestens wenn die Sprinkleranlage wegen Rauchentwicklung losgeht, werden wir es merken...

© Kevin Halgrey
 
 
 
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